In meinem Praktikantenleben als PC-Techniker (jetzt nicht mehr ganz 100% Techniker, aber egal) hab ich ja schon so Einiges erlebt, worüber man lachen kann. Speziell was so manche Menschen sich von einem PC alles so vorstellen.
Jetzt trifft es aber mal die andere Seite: Die Hersteller. Oder spezieller noch: Epson
Folgendes Problem:
Ein Scanner scannt nicht.
Dieser Fehler ist entweder eine 5 Minuten – oder eine 5 Stunden-Arbeit.
Dazu kam es so: Eine Kollegin wollte scannen und da blinkte die Starttaste des Scanners rot und eine Fehlermeldung erschien auf dem PC. Sie hat den Scanner daraufhin aus- und wieder eingeschaltet und schon blinkte die Starttaste grün. Schöner Farbwechsel! Scannen wollte er dennoch nicht. PC neugestartet. Brachte auch nichts.
Und hier kam ich ins Spiel. Ich hab das auch nochmal so gemacht, wie oben beschrieben. Einfach, damit ich den Fehler nachvollziehen konnte. Der Scanner blinkte zwar nicht rot, aber scannen wollte er dennoch nicht. Ein paar Einstellungen durchgeschaut, etwas rumprobiert. Brachte alles nichts! Na ok, schauen wir mal ins Handbuch, was das so sagt.
Hier begann das Dilemma. In Zeiten der Nebenkosteneinsparung -wie ich es mal nennen will- bekommt man nur noch ein Handbuch auf CD. Das wäre ja noch ok, wenn es ein gut durchdachtes, schön aufgebautes PDF wäre. Aber nicht so bei Epson: HTML!
Nachdem ich nun die Kategorie „Fehlerbehebung“ gefunden hatte, suchte ich nach den Blinkefehler. Der rote Blinkefehler war drin, aber der Grüne nicht!
Da hab ich in das englische Handbuch reingeschaut und siehe da, er steht drin! Das Blinken sagt nichts weiter aus, außer, dass er im Begriff ist, zu scannen. Das er das allerdings nicht tat, weiß man ja bereits.
Somit suchte ich auf der Homepage ein vernünftiges Handbuch…Pustekuchen! Ich bekam genau DAS, was auf der CD drauf ist. Prima!
Da gab es aber noch die Möglichkeiten der Online-Hilfe. Die 1. Variante erinnert sehr stark an die Fehlerbehebungssache bei Windows: „Steckt der Stecker drin?“ JA / NEIN
Warum gibt es bei solchen „Hilfen“ eigentlich immer die Option: „Ich habe einen anderen Fehler.“? Und warum ist meistens die Antwort auf diesen Satz: „Tut uns Leid, für diese Antwort liegt uns keine Lösung vor“ oder so ähnlich?
Ich suchte weiter auf der Homepage und fand den „e-Talk“. Um die Kundenhotline nicht mit meinen Fragen quälen zu müssen, gibt es die Möglichkeit, mit einen Fachmann von Epson per Chat zu kommunizieren. Tolle Sache.
In der 1. Nachricht kann man lediglich nur 128 Zeichen eingeben (Nur am Rande bemerkt: eine SMS hat mehr Zeichen zur Verfügung). Also nix mit den Höflichkeiten wie z.B., „Guten Tag, ich hätte da mal ne Frage“. Dank free-sms-Erfahrung sah meine Nachricht schließlich so aus:
„Perfection 3170: Wollte scannnen.Starttaste blinkte rot -> aus-/eingeschalten.jetzt grün (manchmal blinkend) -> scannt nicht.“
Wer mir an Hand dieser Fakten die Fehlerquelle nennen kann, den baue ich eine goldene Statue!
Prompt kam die Meldung von meinem Gegenüber:
„Fehlermeldung am PC?“
Zum Glück hatte ich Eine! Diese schnell gepostet und nun begann das Warten! Ich befürchtete, er hat versucht den Fehler im Handbuch nachzulesen!
Nach 8 Minuten der Stille rief mich die Kollegin an, dass der Scanner jetzt geht. Auf meine Frage, warum er jetzt geht, sagte sie, dass, als sie den Drucker aus- und angemacht hatte, plötzlich der Scanner auch wieder gehe. Da fühlt man sich als „Fachmann“ schon etwas auf den Schlips getreten. Na ja, ich habe dann den Epson-Fachmann noch schnell gesagt, woran es lag (für den Nächsten mit dem Problem), und dann das durchaus effektive Gespräch beendet!
Da fiel mir folgender Spruch ein, der irgendwie stimmt (nicht nur hier):
Man erkennt die Qualität eines Unternehmens an Hand seines Handbuches…
P.S. Muss ich erwähnen, dass der Drucker auch von Epson ist?
